9. Weiterbildung Biografie- und Gesprächsarbeit – Teil 2: Beratung

Seminar 2-1: Konflikt als Entwicklungschance und -aufgabe

Individuelle Konfliktmuster erkennen und verwandeln

Im Privatleben und im Beruf sehnen wir uns nach tragfähigen, partnerschaftlichen oder kollegialen Beziehungen, sind aber häufig mit Missverständnissen, Problemen und Konflikten konfrontiert. Welche sind die für mich typischen Situationen, in denen Keime zu Missverständnissen oder Spannungen gelegt werden, die zu ausgewachsenen Konflikten heranwachsen können? Konflikte haben eine Eigendynamik, ein Wort ergibt das andere, es folgen Taten und eine “so dahin gesagte” Bemerkung eskaliert zu einem handgreiflichen Konflikt. Die Eskalation rast wie ein Lauffeuer, die Deeskalation erfordert Aufmerksamkeit, guten Willen und häufig Hilfe von außen. Was heizt Konflikte an? Wie trage ich zum Anheizen von Konflikten bei? Wie geht Deeskalieren? Konfliktsituationen machen uns besonders “sensibel” für die Schattenseiten unseres Konfliktpartners. Aus kleinen Störungen wie dem vergessenen Abwasch werden Elefanten, hinter denen die Persönlichkeit des Andern so weit verschwindet, bis nur noch der elefantöse Schatten wahrgenommen wird. Der Konfliktpartner verzerrt sich zur Karikatur seiner als negativ bewerteten Eigenschaften und es besteht die Gefahr, dass wir ihn nicht mehr menschenwürdig behandeln. Wie entstehen solche Schatten-Karikaturen? Welchen Einfluss haben Schatten oder Doppelgänger auf Konflikte und deren Eskalationsdynamik?

In diesem Seminar wird anhand selbst erlebter Konfliktereignisse das individuelle Muster, der persönliche Stil unseres Agierens und Reagierens in Konfliktsituationen herausarbeitet. Was sind typische Auslöser? Was sind unsere unmittelbaren inneren Reaktionen? Welche Denk-, Gefühls- und Handlungsmuster werden ausgelöst?

Es geht nicht in erster Linie um Konfliktlösung, sondern um eine Ausweitung der im Konflikt typischerweise eingeschränkten Wahrnehmungs- und Handlungsmöglichkeiten. Gelingt dies, können Momente größter Herausforderung zu Entwicklungsmomenten werden. Das Herausarbeiten des eigenen Handlungsstils im Konflikt erfolgt anhand eines siebenstufigen Wahrnehmungs-, Lern- und Transformations-Prozesses. Im Sinne dieses Prozesses kommt es darauf an, die gewählten Konflikt-Ereignisse mit einem inneren Abstand zu berichten und zu betrachten. Daher ist es nicht ratsam mit einem heftigen oder “brandheißen” Konflikt zu beginnen. Die typischen Muster zeigen sich auch in “kleinen” alltäglichen Herausforderungen und Konflikten.

Ziele des Seminars

  • Typische eigene Konflikt-Muster erkennen.
  • Durch den Prozess einem Aspekt des eigenen Schattens/Doppelgängers auf die Spur kommen.
  • Die Dynamik von Konflikten, deren Eskalation und den eigenen Beitrag dazu besser verstehen.

Sie können sich unabhängig von der Teilnahme an der gesamten Weiterbildung “Methodik der Biografiearbeit” zu diesem Seminar anmelden. Zur Vorbereitung erhalten Sie Lesestoff oder Literaturhinweise und Hinweise zu Alltagsbeobachtungen im Hinblick auf die individuelle Arbeit.

Während des Seminars arbeiten Sie in Kleingruppen von 3 bis 5 Personen zusammen. Vorträge und Hinweise begleiten Sie Schritt für Schritt durch den Prozess.

Anfangs dient der Prozess der individuellen Entwicklung und dem Kennenlernen der Methode. Durch Wiederholen und Üben kann dieser “Konflikt-Lern-Prozess” zu einem individualisierten Beratungswerkzeug ausgebildet und in sozialen, heilenden, pädagogischen und beratenden Arbeitsfeldern angewendet werden.

Konflikt

Do. 26.11. – So. 29.11.2015

Anthroposophisches Zentrum, Kassel

Kosten 430 €

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Die zwei Wölfe
Ein alter Indianer berichtet den Kindern seines Stammes am Lagerfeuer von einem Kampf, der in jedem Menschen tobt. “In mir tobt ein Kampf von zwei Wölfen die in jedem von uns wohnen.”
“Ein Wolf ist böse.”
“Er ist der Zorn, der Neid, die Eifersucht, die Sorgen, der Schmerz, die Gier, die Arroganz, das Selbstmitleid, die Schuld, die Vorurteile, die Minderwertigkeitsgefühle, die Lügen, der falsche Stolz und das Ego.”
“Der andere Wolf ist gut.”
“Er ist die Freude, der Friede, die Liebe, die Hoffnung, die Heiterkeit, die Demut, die Güte, das Wohlwollen, die Zuneigung, die Großzügigkeit, die Aufrichtigkeit, das Mitgefühl und der Glaube.”
Die Kinder dachten einige Zeit verwundert über die Worte des Alten nach. Dann fragte eines: “Welcher der beiden Wölfe gewinnt?”
Der alte Cherokee antwortete: “Der, den ich füttere.”

Indianische Weisheit

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Seminar 2-2: Proben, Prüfungen und Grenzerfahrungen

Umgang mit Umbruchs-, Abbruchs- und Übergangssituationen

In Mozarts “Zauberflöte” werden Proben (Feuer-, Wasser-, Luft-Probe) als Bestandteile eines gestalteten Einweihungsprozesses dargestellt, wie er in alten Mysterienschulen durchlaufen wurde, um ausgewählte Menschen auf übersinnliches Wahrnehmen vorzubereiten. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts deuten sich verändernde Bewusstseins- und Seelenfähigkeiten und deren Störungen darauf hin, dass die “Haut”, die unser Alltagsbewusstsein vom unmittelbaren Erleben geistiger Einflüsse trennt, dünner oder durchlässiger wird. Durch Meditation, Ekstase (Tanz), Schockerlebnisse, Drogen oder auch scheinbar ganz alltägliche Ereignisse werden Menschen plötzlich und unvorbereitet in eine andere Wirklichkeit verrückt. Manchmal werden diese Ereignisse wie die Proben erlebt, sie sind mit dem Gefühl verbunden, den Boden unter den Füßen zu verlieren, von einer Welle fortgeschwemmt zu werden oder dem Eindruck, durch das Feuer zu gehen. Viele dieser Erlebnisse werden diffus als ein “kurz daneben oder außer sich sein” wahrgenommen. Andere wirken beängstigend oder beglückend, manche haben tiefgreifende Folgen bis zur körperlichen oder seelischen Erkrankung. Die amerikanische Psychotherapeutin und Theologin Caroline Myss spricht in diesem Zusammenhang von “Spiritual Madness” (Spiritueller Verrücktheit), welche sie als Übergangsphänomen im Zusammenhang mit einem sich vollziehenden Bewusstseinserweiterungsprozess deutet. Der österreichische Philosoph Rudolf Steiner wies zu Beginn des 20. Jahrhunderts darauf hin, dass sich entwickelnde neue geistig-seelische Fähigkeiten des Menschen zu einem Anwachsen von Angst, Illusionen und Wahn führen können, wenn diese nicht verstanden und ich-haft integriert werden. Rudolf Steiner spricht in diesem Zusammenhang von Schwellenphänomenen.

Im Seminar bemühen wir uns um das erkennen, bewusstmachen und verstehen von Phänomenen, die alltäglich an der Schwelle zwischen sinnlicher und nicht-sinnlicher Wirklichkeit auftreten. Als Arbeitsmaterial dienen uns Berichte selbst erlebter “Proben”, geistiger Erlebnisse oder Schwellenereignisse, sowie Berichte in Medien sowie zeitgenössische Filme. Übergänge zum “Pathologischen” sind fließend, aber genau in diesen Grenzbereich wollen wir uns in diesem Seminar der Weiterbildung Methodik der Biografiearbeit hineinwagen. Um zu vermeiden, dass wir uns in der Menge der Möglichkeiten verlieren, befassen wir uns in den ersten drei Seminartagen zunächst nur mit solchen Phänomenen, die Charakteristika der “Feuer”-, “Wasser”- und “Luftprobe” aufweisen. Als Referenzpunkte dienen uns dabei phänomenologisch erarbeitete Qualitäten der Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft. Am vierten Tag betrachten wir die erarbeiteten Phänomene im Kontext geistiger Erlebnisse und seelisch-geistiger Gesundheit und Krankheit. Damit wird der Übergang zum folgenden Seminar der Weiterbildung Methodik der Biografiearbeit vorbereitet, in dem es um Aspekte seelisch-geistiger Gesundheit und Krankheit geht.

Proben

Do. 14.01. – Sa. 17.01.2016

Anthroposophisches Zentrum, Kassel

Kosten 340 €

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Die Sinne als Tore zum Übersinnlichen
“… Es ist ganz, ich möchte sagen, selbstverständlich, dass, wenn unser Geistig-Seelisches die Leibeshülle verlässt, es durch die Sinne nach außen dringt. Wir kommen also durch die äußeren Sinne, durch den Geschmackssinn, den Sehsinn, den Wärmesinn, den Hörsinn, den Wortesinn, den Gedanken-Sinn und den Ichsinn nach außen. Wir werden nachher sehen, wohin wir kommen, wenn wir durch die andere Grenze, wo die Sinne sich nach innen öffnen, nach innen dringen. Also wir dringen durch die Sinne nach außen, indem wir mit unserem Geistig-Seelischen gewissermaßen unsere Leibesgrenze verlassen. …”

Rudolf Steiner

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Seminar 2-3: Diagnostik – Geistige Gesundheit und Krankheit

Grenzen und Übergänge zwischen Beratungs- und therapeutischen Prozessen

Biografiearbeit dient als allgemeine Lebensberatung Menschen, die sich an Wendepunkten, in Phasen des Übergangs oder der Neuorientierung befinden. Mit der systematischen Betrachtung des gelebten Lebens trägt sie zur individuellen Sinnfindung bei und wird auch als Hilfe zur beruflichen Neuorientierung sowie der Bearbeitung von Lebenskrisen oder eines Krankheitsschicksals eingesetzt. Ziel des Beratungsprozesses ist es, zur Ich-Stärkung und, im Sinne der Salutogenese (Gesundheits-Entwicklung), zur Verstärkung des individuellen Kohärenzgefühls – des sich “im Einklang mit den Lebensumständen Erlebens” – beizutragen. Dadurch werden innere Gesundungs- oder Selbstheilungskräfte gefördert und in diesem Sinne wirkt Biografiearbeit gesundheitsfördernd und gesundend, sie ist aber keine Therapie. Ob biografisch-therapeutisch gearbeitet werden kann, hängt davon ab, ob der jeweilige Berater therapeutische Qualifikationen hat.
Zu Beginn jedes Beratungsprozesses stellt sich die Frage, ob beratende Biografiearbeit angezeigt ist, oder ob der nach Beratung Fragende mehr Hilfe als Lebensberatung braucht und wenn ja welche. Zur Klärung dieser Fragen leistet das Modul der Weiterbildung Methodik der Biografiearbeit einen Beitrag.
Das Seminar zielt nicht darauf ab das Behandeln zu lernen, sondern darauf wesentliche Indikatoren und Phänomene kennenzulernen, die Hinweise auf eine behandlungsbedürftige Krise geben. Insbesondere sind solche Krisen zu berücksichtigen, bei denen “aufdeckende Methoden” wie Biografiearbeit verschlechternd wirken. Beratende Hilfe kann aber auch darin bestehen, jemandem dabei zu helfen, den Weg zu einer adäquaten Behandlung zu finden. Möglich ist auch “adäquate Behandlung mit zusätzlicher Begleitung”, aber nicht “Begleitung anstelle von Behandlung”.
Im Weiteren trägt das Seminar dazu bei, ein besseres Verständnis für geistig-seelische Krisen zu entwickeln, um Menschen in solchen Situationen besser verstehen und begleiten zu können. Dazu knüpfen wir an eigenen biografischen Erlebnissen an. Im Kleinen kennen wir alle Krisen, die sich im Großen als seelische-geistige Störungen manifestieren können. Die Ergebnisse unserer individuellen Reflexionen werden in Kleingruppen ausgetauscht, dort nach vorgegebenen Hinweisen und Fragen vertiefend bearbeitet und im Plenum zusammengetragen.
Mit individueller Arbeit, Gruppenarbeit und künstlerischen Übungen möchten wir, von Erlebnissen ausgehend, das Verständnis für Zustände seelisch-geistiger Krisen verbessern und grundlegende diagnostische Gesichtspunkte zum Erkennen von Krisen und Störungen vermitteln.

Das Seminar richtet sich an Beratende oder im Übergangsbereich zwischen Beratung und Therapie Tätige.

Diagnostik

Do. 18.02. – So. 21.02.2016

Anthroposophisches Zentrum, Kassel

Kosten 430 €

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Schwellenerlebnis oder Psychose

Genesung – Das Gezeitenmodell

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Recovery – Genesung
“Recovery ist das letzte Schlagwort im Bereich der psychischen Gesundheit. Seit etwa einem Jahr werde ich als von psychischer Erkrankung genesen etikettiert.”
Als ich eingeladen war im Staate New York mit Psychiatern über ‘Genesung’ zu diskutieren, stellte ich fest, dass die resultierenden Diskussionen folgendes
nicht ansprachen: “… die Natur von psychischer Krankheit an sich. … wenn wir genesen sind, wovon sind wir dann genesen? Wenn wir nun gesund sind und vorher krank waren, was ist es, wozu wir uns erholt haben? …”

Sally Clay, Psychiatrie Erfahrene

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Seminar PS2: Prozessgestaltung für die Beratungs- und Seminar-Praxis

Leitbild, Grundhaltungen und Ethik der Biografiearbeit

Wir erarbeiten das Konzept für einen Biografie-Begleitungs-Prozess. Von der Kontaktaufnahme mit dem Klienten bis zum Abschlussgespräch gehen wir Schritt für Schritt vor. Diese Aufgabe steht im engen Zusammenhang mit der Fallstudie, die zum Abschluss der Weiterbildung erstellt wird.

Unser Ziel ist es, die Umsetzung der Weiterbildungsinhalte in die Praxis noch innerhalb der Weiterbildung voran zu bringen.

Ein zweiter Schwerpunkt des Seminars ist die Darstellung bzw. Bewerbung unserer Beratungsangebote in der Öffentlichkeit. Dazu arbeiten wir ganz konkret an Entwürfen für Flyer, Poster und einer Kleinanzeige.

Im dritten Schwerpunkt geht es um die Ausarbeitung von Erstinformationen für Interessenten und die Zusammenstellung notwendiger Informationen und Verabredungen zur Übergabe an die Klienten: eine Arbeitsvereinbarung.

Dieses Modul richtet sich an Teilnehmer von Biografiearbeit-Weiterbildungen in und der Biografieabeit Tätige.

Prozessgestaltung

Fr. 06.05. bis So. 08.05.2016

Supervisions- und Intervisionstag
Do. 05.05.2016

Anthroposophisches Zentrum, Kassel

Kosten 390€

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“Wir machen jetzt zusammen eine Bergbesteigung. Es ist der Ihnen zugehörige »Berg der Erkenntnis«. Ich bin sozusagen der Bergführer, das heißt, ich habe Ihnen Technik und Erfahrung des Bergsteigens voraus. Ihren Berg kenne ich so wenig wie Sie. Gehen, steigen und anstrengen müssen wir uns beide. An gefährlichen Stellen gehen wir angeseilt. Das bedeutet eine Sicherung für Sie, aber Sie werden nicht am Seil hinaufgezogen. Wie weit wir hinaufkommen, wie lange es dauert und was für eine Schau wir haben werden, kann man vorher nicht wissen. Eine Erweiterung des Horizontes wird es auf jeden Fall für Sie sein.”
Käthe Weizsäcker

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Seminar 2-4: Die Biografie als äußerer und innerer Entwicklungsweg

Sinnsuche und Sinnstiftung – Weltanschauung und Spiritualität

Wilkürlich, als Erlebnis spritueller Suche oder unwillkürlich, veranlasst durch Lebensumstände, kann man an einen inneren Ort gelangen, an dem es möglich ist sich innerlich zu greifen, neue Inspirationen und neue Kraft zu schöpfen. Hier gibt es die paradoxe Möglichkeit, ganz bei sich selbst und zugleich ganz in allem was uns umgibt zu sein. Ein Raum öffnet sich, in dem Zeit keine Bedeutung hat, ein Ort der Vollkommenheit und zeitlosen Seins. Willkürlich kann dieser Ort durch Gebet, Kontemplation, Meditation; durch tiefe Begegnung mit einem anderen Ich oder durch ekstatische, schamanistische Übungen zugänglich werden. Manche Drogen ermöglichen es, als Zaungast an diesem Ort zu gelangen. Die Grenzen, die uns von diesem Raum trennen, werden seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend durchlässiger und wir wissen manchmal nicht wo wir sind, wenn wir diese Grenzen zufällig, unwillkürlich und unvorbereiet durchschritten haben.
In diesem Seminar machen wir uns auf die Spurensuche nach Einflüssen, die inspirierend, kraftgebend oder richtungweisend für unser Leben waren. Wir versuchen bewusst zu greifen, wonach wir uns sehnen, was wir ahnen, was wir schon immer gewusst haben, ohne es aussprechen zu können. Nach dem Grund, warum wir hier sind, dem Motiv, für das es sich zu leben lohnt. Dabei entdecken wir die Wirkungen lebensspendender und lebensverwandelnder geistiger Kräfte in unseren Biografien, und dass zu uns, neben einem äußeren Menschen mit seiner äußeren Biografie, ein innerer Mensch mit seinem inneren Entwicklungsweg gehört.
Unsere Großeltern oder Eltern hätten sich noch ganz selbstverständlich im Rahmen religiöser Institutionen auf diese Spurensuche begeben. Heute differenzieren sich Religiosität und Spiritualität, und Spurensucher wenden sich in alle nur ausdenkbaren Richtungen, in der Hoffnung auf authentische Antworten anstelle religiöser Lehrsätze, Dogmen oder Glaubensbekenntnisse. So wenden sie sich auch an Biografie- und Lebensberater. Indem wir unseren eigenen inneren Weg und unsere eigene Suche reflektieren, bereiten wir uns auf die Begegnung mit solchen Fragestellungen in Beratungssituationen vor. Im Englischen werden Inhalte dieses Seminars auch unter den Begriff “Spiritual Accompanying” oder “Spiritual Emergency” besprochen.
Bringen Sie Artefakte zu dieser Spurensuche mit. Dabei kann es sich um Sprüche, Zitate, Gedichte, Gebete, Mantren oder ganze Bücher handeln. Es können aber auch Gegenstände wie eine Locke, ein Foto, ein Stein, eine Tonscherbe sein. Es kann ein Lied, ein Musikstück, ein Geruch, ein … sein. Allen gemeinsam ist, dass sie eine Metapher sind, dass sie für etwas stehen, etwas ausdrücken, das jenseits ihrer Gegenständlichkeit liegt.
Im Rahmen dieser Spurensuche tauschen wir uns auch über unsere Begegnungen mit philosophischen und spirituellen Strömungen und deren Lehren, Ritualen und Übungen aus. Dazu können wiederum Beispiele, die für uns Bedeutung haben, die wir geübt haben, die für uns Sinn machen, mitgebracht und vorgestellt werden. Am Ende verlassen wir die Spurensuche mit einem Schatz, der größer ist als die Summe dessen, was wir einander mitteilen konnten.

Entwicklungsweg

Do. 16.06. – Sa. 18.06.2016

Anthroposophisches Zentrum, Kassel

Kosten 390 €

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Ehemalige Teilnehmer

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ICH bin nicht ich
“ICH bin jener,
der an meiner Seite geht,
ohne dass ich ihn erblicke,
den ich oft besuche,
und den ich oft vergesse.
Jener, der ruhig schweigt,
wenn ich spreche,
der sanftmütig verzeiht,
wenn ich hasse,
der umherschweift,
wo ich nicht bin,
der aufrecht bleiben wird,
wenn ich sterbe.”

Juan Ramón Jiménez
(1881-1958)